Schmetterlingsfamilien der Tagfalter

Die eigentlichen Tagfalter, vorwiegend mittelgrosse Schmetterlinge, fliegen am Tage, lieben den Sonnenschein, besuchen Blüten oder saugen an feuchten Stellen oder an fliessenden Baumsäften. Der Kopf ist eher klein, insbesondere im Verhältnis zu den großen, breitflächigen Flügeln, die in Ruhestellung meist nach oben zusammengeklappt sind. Die Fühler sind an der Spitze keulen- oder knopfförmig verdickt. Die Raupen der Tagfalter sind glatt, kurz behaart oder dornig. Die Verpuppung erfolgt als Stürz- oder Gürtelpuppe, frei oder ganz lose eingesponnen am Boden.

Als unechte Tagfalter werden die Dickköpfe (Hesperiidae) bezeichnet. Hierbei handelt es sich um kleine Falter mit grossen Kopf und gedrungenen Körper, der kräftig im Verhältnis zu den kleinen Flügeln erscheint. In der Lebensweise entsprechen sie im allgemeinen den echten Tagfaltern.

 

Arten der Familie Spanner (Geometridae)

Die Falter der Spanner erreichen eine Flügelspannweite von 10 bis 70 Millimetern. Fast alle Arten haben einen schlanken Körper, der nur sehr selten kurz oder langgestreckt ist, meistens ist der Körper mittellang. Die Vorderflügel sind meist breit und 1,6 bis 2,2 mal länger als breit. Es gibt aber nur wenige Arten deren Vorderflügel mehr als zwei mal so lang, wie breit sind. Ihre Färbung ist oft in grau oder brauntönen gehalten, es gibt aber auch zahlreiche sehr bunt und auch lebhaft gefärbte Arten. Innerhalb der einzelnen Arten ist die Färbung zum Teil sehr variabel. Die Hinterflügel sind überwiegend breit abgerundet und sind etwa gleich breit, wie die Vorderflügel. Die Flügel der Männchen sind immer gut entwickelt, bei manchen Weibchen sind sie aber verkümmert wie der Kleine Frostspanner oder weisen keine Flügel auf. Die Fühler sind kurz bis mittellang. Die Fühler der Männchen sind entweder fadenförmig, gekämmt oder gefiedert. Sie haben keine Punktaugen. Ihre Maxillarpalpen sind stark zurückgebildet, der Saugrüssel ist bei fast allen Arten gut ausgebildet und nur bei wenigen reduziert.

Die Vorderflügel haben 11 oder 12 Flügeladern mit meist einer Analader (1b), wobei man aber die stark reduzierten Adern 1a und 1c erkennen kann. Selten haben sie zwei Analadern (1a und 1c). Die Hinterflügel haben 8 oder 9 Adern mit einer (1b oder 1a) oder zwei (1a und 1b) Analadern.

Die Spanner sind überwiegend nacht- und dämmerungsaktiv, es gibt aber auch Arten die wie der Hartheu-Spanner nur am Tage fliegen. Auffällig an den Spannern ist, dass fast alle Arten ihre Flügel in Ruhestellung flach ausgebreitet haben und somit die Hinterflügel zumindest teilweise sichtbar sind. Nur wenige Arten klappen sie zusammen, so dass sie senkrecht über dem Hinterleib nach oben stehen oder falten sie über dem Hinterleib zusammen.

Die Raupen sind in ihrer Färbung und Gestalt in der Regel an ihre Umgebung angepasst und imitieren beispielsweise kleine Ästchen. Diese Tarntracht ist bei manchen Arten zu großer Perfektion entwickelt, wobei kleine Körperfortsätze die Abbruchstellen von Seitenzweigen oder Knospen nachahmen.

Die Raupen fressen frei sitzend auf ihren Futterpflanzen.