Schmetterlingsfamilien der Tagfalter

Die eigentlichen Tagfalter, vorwiegend mittelgrosse Schmetterlinge, fliegen am Tage, lieben den Sonnenschein, besuchen Blüten oder saugen an feuchten Stellen oder an fliessenden Baumsäften. Der Kopf ist eher klein, insbesondere im Verhältnis zu den großen, breitflächigen Flügeln, die in Ruhestellung meist nach oben zusammengeklappt sind. Die Fühler sind an der Spitze keulen- oder knopfförmig verdickt. Die Raupen der Tagfalter sind glatt, kurz behaart oder dornig. Die Verpuppung erfolgt als Stürz- oder Gürtelpuppe, frei oder ganz lose eingesponnen am Boden.

Als unechte Tagfalter werden die Dickköpfe (Hesperiidae) bezeichnet. Hierbei handelt es sich um kleine Falter mit grossen Kopf und gedrungenen Körper, der kräftig im Verhältnis zu den kleinen Flügeln erscheint. In der Lebensweise entsprechen sie im allgemeinen den echten Tagfaltern.

 

Arten der Familie Glucken, Wollraupenspinner (Lasiocampidae)

Die Glucken oder Wollraupenspinner kommen weltweit mit ca. 1.500 Arten in 150 Gattungen und fünf Unterfamilien vor. Ihren Namen haben sie von ihrer auffälligen Ruheposition, in der sie die Flügel dachziegelartig übereinander legen und so brütenden Hennen ähnlichsehen. Dies ist vor allem bei der Gattung Gastropacha deutlich zu erkennen. Die Familie ist fast weltweit verbreitet, sie fehlt lediglich in Neuseeland.

Die Größe der Falter variiert stark. Es gibt sowohl kleine Glucken wie den Alpen-Ringelspinner mit einer Spannweite von 18 bis 34 Millimetern als auch stattliche Exemplare wie den Kiefernspinner der eine Spannweite von 50 bis 80 Millimetern erreicht. Die Weibchen sind etwas größer als die Männchen und deswegen auch träger.

Die Falter haben einen sehr kräftigen und plumpen Körperbau und sind meist stark behaart. Ihre beiden Flügelpaare sind meist sehr breit und deren Färbung meist düster. Die Fühler sind bei beiden Geschlechtern bis zur Spitze hin gefiedert. Der Saugrüssel ist bei allen Arten entweder stark zurückgebildet oder komplett fehlend.

Die Raupen sind, vor allem auf den Seiten stark behaart und meist groß. Viele haben einen ovalen Querschnitt oder haben die Unterseite des Körpers etwas nach innen gewölbt. Unter ihnen gibt es viele, die eine bunte Färbung aufweisen. Ihre Kokons sind sehr kräftig gebaut und oft bepudert. Sie ernähren sich von einer Vielzahl von verschiedenen Laubbäumen und Sträuchern.

Die Eier, von denen die Weibchen viele legen können, sind meist flach und in der Mitte eingedellt.

Die Glucken sind nachtaktiv, man findet aber auch Männchen die am Nachmittag auf der Suche nach Weibchen wild umherfliegen.

Die Falter können keine Nahrung aufnehmen, da sie keine Saugrüssel haben und sterben schon bald nach der Paarung und Eiablage.