Tagebuch und Kartei

Kästen und Utensilien

Bei der Fülle an Arten, der Mannigfaltigkeit der Lebensverhältnisse und dem unterschiedlichen biologischen Verhalten sind Aufzeichnungen über das Erlebte und Erprobte in der entomologischen Tätigkeit unumgänglich. Dabei haben sich zwei Formen bewährt:

 

Das Sammelbuch (Tagebuch)

Hier werden die Erfolge und auch Misserfolge jeder Sammelexkursion verzeichnet. Wichtige Informationen sind: Ort, Datum, Tagesstunde, Witterung, Fangmethode, Fangergebnisse mit Häufigkeitsangabe, Charakter der Landschaft (Biotope), vorherrschende oder auffallende Pflanzen. Je lokaler und seltener eine Art ist, desto mehr Bedeutung kommt jeder Aufzeichnung zu. Leserlich schreiben und Abkürzungen verwenden:

  • LF = Lichtfang
  • KF= Köderfang
  • R = Raupe
  • P = Puppe
  • E = Ei
  • F = Falter
  • G. I. = l. Generation
  • G. II. = 2. Generation

Bei schädlich auftretenden Arten sind auch statistische Angaben von Interesse: Häufigkeit pro Stamm, pro m2 usw.

 

Die Arten-Kartei

Für jede Art wird eine Karte angelegt (heutzutage kann das natürlich auch in Form eines Datensatzes in einer Datenbank per PC erfolgen), Format bis A 5. Die Kartei wird nach den wissenschaftlichen Artnamen alphabetisch geordnet. Auf jeder Karte werden festgehalten: eigene Funde (Ort und Zeit des Vorkommens), eigene Zuchten (Futterpflanzen, Zuchtmethodik, Entwicklungstermine, Besonderheiten), Literaturangaben, sonstige für den Sammler wichtige Angaben zu der betreffenden Art.

Beispiel für einen Karteikarteneintrag:

66 caja, Arctia
UrsprungZucht
Menge und SorteOrtZeitFutter und BiotopVer-
fahren
FutterVerpup-
pung
SchlupfBemerk.
11 RLand-
str. nach Linden-
hagen
M5
1950
Stengel und Gras um kirsch-
bäume. Sitzen frei oben
Glas mit Papier-
knäueln. A6 in großes Glas.
Löwen-
zahn
E6 1. zwischen Papier am Boden ver-
sponnen. A7 alle ver-
sponnen
E7 1. Falter. Zerris-
sene Ge-
spinste ergeben Krüppel!
3 R. tot. 30.7. Kopula. Weib. legt in 2 Tagen 800 Eier

Besondere Aufmerksamkeit muss auch den jeweiligen Futterpflanzen zugewendet werden, woraus sich ergibt, dass ein guter Entomologe botanische Kenntnisse besitzen muss.