Suchen der Raupen

Geräte

Feste, gut schließende Papp- oder Holzschachteln in verschiedenen Größen, rechteckig oder rund. Bei Plasteschachteln bzw. -dosen Lüftungslöcher anbringen.

In jeder Schachtel wird nur eine Raupenart transportiert. Stets Futter beigeben, jedoch keinesfalls das Behältnis voll füllen. Luft und Bewegungsfreiheit sind wichtig. Niemals zu viele Raupen in einer Schachtel vereinen! Deswegen Raupennester, wenn das Mitnehmen erforderlich ist, auf mehrere Behältnisse verteilen. Direkte Sonnenbestrahlung vermeiden, damit keine zusätzliche Wärmesteigerung eintritt.

Für Massentransporte (Raupennester, Massenfang an Schädlingsherden) am besten Stoffbeutel verwenden, in die Äste zum Spreizen gegeben werden.

Besonders für das Raupenleuchten (Raupen von Eulenfaltern) haben sich Holzschachteln bewährt, auf deren Schmalseite ein kurzes Blechrohr eingepasst ist, das mit einem Stopfen verschlossen wird. Stopfen mit Bindfaden am Kasten befestigen. Schachtel mit trockenem Buchenlaub füllen.

Erforderlich sind ferner: Taschenmesser oder -schere, Pinzette.

Als Grundregeln gelten:

  • Nur Raupen mitnehmen, für die man zu Hause das Futter beschaffen kann.
  • Nur so viele Raupen einer Art eintragen, wie man mit dem beschaffbaren Futter bis zur Verpuppung ernähren kann. (Wichtig auf Reisen!)
  • Raupen möglichst nicht anfassen, sondern mit der Sitzunterlage abschneiden.

Es gibt einige Arten von Raupen, die Artgenossen und Raupen anderer Arten anbeißen und aussaugen. Solche "Mordraupen" müssen einzeln transportiert und auch gezüchtet werden.

 

Suche am Tage

Erforderlich sind: Raupenschachteln, Schere oder Messer, Pinzette.

Planloses Suchen ist wenig erfolgreich. Die nesterweise lebenden Raupen vom Kleinen Fuchs und vom Tagpfauenauge wird man an Brennnesseln allerorts finden. Meist ist es jedoch notwendig, Futterpflanze und Gewohnheiten einer Art zu kennen und die Orte ihres Vorkommens zu wissen oder richtig zu erkennen. Botanische Kenntnisse sind unbedingt erforderlich.

Wichtiger Anhaltspunkt ist das Fraßbild, das artweise verschieden aussieht und dem Kundigen genug verrät. Stehen gebliebene Blattrippen, gleichmäßiger Randfraß an Blättern oder kahlgefressene Astpartien sind stets Ursache, genau zu suchen.

Oft sind große Kotballen verräterisch, besonders von Schwärmern. In Vorstadtstraßen mit Liguster- und Fliederhecken findet man oft auf dem Gehsteig den schwarzen Kot der Ligusterraupen, die senkrecht darüber zu entdecken sind. Im allgemeinen werden sehr kräftige, vollsaftige Pflanzen gemieden, jedoch dürftige oder kümmerliche Exemplare bevorzugt. Manche Raupen meiden die grellen Sonnenstunden und sind leichter an trüben Tagen zu finden.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen Eichen, auch von alten Bäumen die unteren Äste, Weiden aller Art, Espen (Zitterpappeln), Birken, ungepflegte Obstbäume, Ginster.

Im Juli Blüten und Kapseln von Lichtnelken eintragen, in denen die Raupen einiger Eulen- und Spannerarten leben.

Von den Schilfeulen nur Puppen, nicht die Raupen einsammeln, da deren Zucht nicht gelingt.

 

Raupenklopfen

Erforderlich sind: Raupenschachteln, Pinzette, Spazierstock und ein alter Regenschirm.

Viele Raupen sind durch Farbe, Form, Figur oder Zeichnung hervorragend getarnt, so dass sie dem suchenden Auge meist verborgen bleiben, durch das Raupenklopfen jedoch erlangt werden können. Unter die erreichbaren Äste von Eichen, Birken, Ulmen, Weiden und auch anderen Bäumen oder Sträuchern wird der aufgespannte Schirm gehalten, dann auf den darüber befindlichen Ast oder Zweig zwei- bis dreimal mit dem Spazierstock schlagen. Der Inhalt des Schirms - Raupen, Käfer, Spinnen, Wanzen und anderes Getier - wird sofort untersucht. Raupen mit der Pinzette vorsichtig in Schachteln befördern.

Günstig sind kühle Morgenstunden, da dann die Raupen meist locker sitzen.

Statt des Schirmes kann auch ein weißes Tuch verwendet werden. Geeignete Örtlichkeiten: Laubwaldränder, Gebüsche an Hängen und Rainen, untere Äste einzeln stehender alter Bäume.

 

Käschern bzw. Streifen

Erforderlich sind hierzu: Raupenschachteln, Pinzette, Käscher.

Der Käscher besitzt einen Rahmen aus starkem Bandeisen, einmal zusammenlegbar, vorn gerade, mit fester Vorrichtung zum Anschrauben an einen Stock bzw. 40 bis 50cm langen soliden Stiel. Mit diesem Rahmen wird durch Verschnürung - Bandeisen dazu lochen - oder Umnähen mit dünnem Draht ein Beutel aus derber Leinwand oder ähnlichem festen Stoff verbunden. Beutellänge beträgt ca. 40 cm. Der Beutelsaum sollte gegen zu schnelle Abnutzung noch mit dünnem Leder verstärkt werden.

Beim Sammeln wird der Käscher kräftig schlagend oder streifend durch die niedrige Vegetation geführt, wodurch dort sitzende Raupen erfasst werden. Nach mehreren Schlägen Beutel durchsuchen und die Raupen auslösen, damit nicht durch weitere Schläge die Tiere beschädigt werden.

Geeignete Örtlichkeiten sind Wiesenränder, Waldränder, Schneisen, Sträucher. Besonders günstig erweisen sich Heidelbeerbüsche, Heidekraut, Ginster, Labkraut (Galium).

 

Raupenleuchten

Erforderlich sind: Raupenschachteln, Pinzette, elektrische Taschenlampe.

Die Raupen vieler Arten leben tagsüber verborgen, meist unmittelbar am Boden in dichter Vegetation, sie verlassen erst in der Abenddämmerung oder bei völliger Dunkelheit ihr Versteck zur Nahrungsaufnahme.

Zur Raupensuche wird mit der Lampe die niedrige Vegetation, Busch- und Strauchwerk systematisch abgeleuchtet. Sehr günstig dafür sind die Monate März bis Mai. Besonders die überwinterten Raupen sind begierig auf frisch sprießendes Grün. Im zeitigen Frühjahr sind sie auf der noch kaum entwickelten Vegetation leicht zu entdecken. Nesseln und andere Blätterpflanzen auch von unten anleuchten. Raupen bevorzugen oft die Unterseite.

Tipp: Stets reichlich Raupenschachteln mitnehmen, da die Ausbeute gelegentlich über Erwarten groß sein kann.

Geeignete Örtlichkeiten sind: Wald- und Buschränder, Gräben, Schneisen, Blößen, Talhänge mit niedriger Vegetation sowie Brombeer-, Himbeer-, Schlehen- oder Ginsterbüsche. Im Sommer Labkrautpolster (Galium).