Schmetterlinge im Winter

Schmetterlinge kennen verschiedene Möglichkeiten, um den in unseren Breiten mitunter recht kalten Winter erfolgreich zu überstehen. Die 5 grundlegenden Strategien sind:

 

Überwinterung als Falter

Als Falter überwintern nur 6 von ca. 180 Tagfalterarten in Deutschland. Die Falter suchen im Herbst geschützte Stellen in der Natur wie Höhlen oder hohle Bäume auf oder Verstecke im Siedlungsbereich wie Holzschuppen. Gelegentlich verirren sie sich auch in warme Kellerräume. Diese Falter können bei der ersten größeren Erwärmung im Frühjahr sofort wieder auftreten.

Die beiden letzteren sind in Deutschland jedoch sehr selten geworden.

 

Überwinterung als Puppe

Die Puppen der Falter sind an Pflanzenteilen angesponnen, in Kokons eingesponnen oder im Boden eingegraben.

Da die Puppen im Frühjahr noch eine Entwicklung durchmachen müssen, erscheinen die Falter im Frühjahr erst ab ca. April/Mai.

Aus der Überwinterungsstrategie erklärt sich auch die Seltenheit einiger Arten. Die Puppen werden an Stengeln von Pflanzen festgemacht, um den Winter zu überstehen. Da wir Menschen aber die Angewohnheit haben, im Herbst in Feld, Flur und Garten Ordnung zu schaffen, gibt leider immer weniger Plätze an denen beispielsweise Schwalbenschwanzpuppen den Winter überstehen können

Beispiele für Falter, die als Puppe überwintern, sind

 

Überwinterung als Raupe

Raupen überwintern teilweise als Jungraupe, teils halberwachsen oder auch als erwachsene Raupe. Manche verkriechen sich in der Vegetation, andere bauen sich ein Überwinterungsgespinst und einige überwintern sogar völlig ungeschützt festgesponnen an Pflanzenteilen wie beispielsweise die Raupe des Schillerfalters. Die Raupen des Ameisenbläulings überwintern in Ameisennestern, wo sie sich im Frühjahr auch verpuppen.

Die überwinterten Raupen fressen meist im Frühjahr noch weiter und verpuppen sich erst später. Die ersten Falter sieht man dann ab Mai/Juni

Beispiele für Falter, die als Raupe überwintern, sind

 

Überwinterung als Ei

Die Eier werden im Sommer an Pflanzenteile angeheftet und überdauern so ohne besonderen Schutz den Winter. In Frühjahr schlüpfen die winzigen Raupen.

Bis die Raupen erwachsen sind und sich dann verpuppen, vergeht viel Zeit, so dass die Falter erst ab Juni/Juli, manche auch erst im August schlüpfen.

Beispiele für Falter, die als Ei überwintern, sind

 

Überwinterung im wärmeren Süden

Manche Arten können den Winter bei uns nicht oder nur in Ausnahmefällen überstehen. Ihr Vorkommen bei uns hängt davon ab, dass im Frühsommer Falter aus Südeuropa bei uns einwandern. Diese zugezogenen Falter erzeugen dann bei uns eine im Hochsommer fliegende Nachfolgegeneration. Einzelne dieser Falter versuchen im Herbst auch eine Rückwanderung.

Diese sogenannten Wanderfalter treten mit von Jahr zu Jahr sehr schwankender Häufigkeit auf, je nachdem, wie günstig die Einwanderungsbedingungen waren.

Beispiele für Falter, die im wärmeren Süden überwintern, sind