Schmetterlinge fangen am Tage

Für den Fang am Tage benötigt man Tötungsgläser, Tötungsspritze, Pinzette und Steckschachteln mit Insektennadeln.

Auf Blüten oder Blättern sitzende Falter sind dabei zu bevorzugen, wobei man am besten mit dem Netz von der Seite schlägt. Ist der Falter im Netz, kurz und fast kreisförmige Bewegungen aus dem Handgelenk, so dass das Beutelende umgeschlagen auf dem Netz liegt. Dadurch wird ein Entkommen des Tieres unmöglich.

Fliegenden Faltern nachzurennen ist vielfach zwecklos. Allerdings sind einige stürmische und schnelle Arten fast nur im Fluge zu erlangen, halten jedoch oft bestimmte Wechsel ein, die durch Beobachtung festgestellt werden können.

Am Boden oder auf Steinen sitzende Falter mit dem Netz zu decken ist wenig erfolgreich. Wenn doch, das Beutelende mit der Hand hochheben, da der Falter dann meistens nach oben fliegt.

Kleine Tagfalter sowie alle Nachtfalter werden im Netz in das Tötungsglas gebracht. Das Glas wird ohne Stopfen ins Netz geführt. Beutelende nach oben! Sobald der Falter im Glas ist, wird dieses mit den Fingern einer Hand gedeckt, herausgenommen und zugestöpselt.

Größere Tagfalter (aber nur diese!) kann man durch den Netzstoff mit einem leichten Druck zwischen Daumen und Zeigefinger betäuben, jedoch nur dann, wenn sie die Flügel nach oben zusammengeschlagen haben. Der Beutel wird dann umgestülpt und das Tier in das Tötungsglas gekippt.

Eine erstklassige Qualität der Falter, eine Voraussetzung für wissenschaftliches Sammeln, ist nur bei sorgfältigem Arbeiten erzielbar. Niemals mehr als 3 bis höchstens 4 Falter zugleich in ein Tötungsglas geben! (Deswegen bei Sammelfahrten mehrere Gläser bei sich führen.) Betäubte Falter sollte man sofort auf Beschaffenheit prüfen und nicht mitnehmenswerte Tiere wieder ins Gras legen.

Falls Tiere im Glas nicht mit Sicherheit tot sind, von unten mit der Tötungsspritze zwischen Abdomen und Thorax kopfwärts kleinste Menge Ammoniakwasser einspritzen. Dies tötet sofort, und die Tiere bleiben weich. (Gilt für alle Fangmethoden.) Dann Falter sofort nadeln und in Steckschachtel stecken.

Beim An- und Abmarsch sowie im Fanggebiet: Baumstämme, Zäune, Planken, Mauern, Pfosten, Laternen, Masten, Steine genau beobachten. Hier sitzen Schwärmer, Spinner, Eulenfalter und Spanner. In dichte Vegetation von Nesseln, Clematis, Schlehen u. a. mit Stock leicht einschlagen. Oft werden sitzende Falter, besonders Spanner, auffliegen.

Manche Tagfalter, wie Schillerfalter und Eisvogel, lieben stinkenden Köder. Alten Käse auslegen oder auf sonnige Blätter schmieren!

Geeignete Örtlichkeiten: Tagfalter können fast überall gefangen werden. Besonders günstig sind: blumige Wiesen, wiesenreiche Täler, Waldränder, Blößen mit blühenden Disteln, unbebaute Hänge, Klee- und Luzernefelder, Schonungen, lichte Laubwälder. Beachten: Wiesen, Schonungen, Felder, Kleeschläge, Kulturen aller Art dürfen nicht betreten werden! Der Fang am Rande solcher Anbauflächen ist meist genug lohnend.