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Schmetterlingsfamilien der Tagfalter


Die eigentlichen Tagfalter, vorwiegend mittelgrosse Schmetterlinge, fliegen am Tage, lieben den Sonnenschein, besuchen Blüten oder saugen an feuchten Stellen oder an fliessenden Baumsäften. Der Kopf ist eher klein, insbesondere im Verhältnis zu den großen, breitflächigen Flügeln, die in Ruhestellung meist nach oben zusammengeklappt sind. Die Fühler sind an der Spitze keulen- oder knopfförmig verdickt. Die Raupen der Tagfalter sind glatt, kurz behaart oder dornig. Die Verpuppung erfolgt als Stürz- oder Gürtelpuppe, frei oder ganz lose eingesponnen am Boden.

Als unechte Tagfalter werden die Dickköpfe (Hesperiidae) bezeichnet. Hierbei handelt es sich um kleine Falter mit grossen Kopf und gedrungenen Körper, der kräftig im Verhältnis zu den kleinen Flügeln erscheint. In der Lebensweise entsprechen sie im allgemeinen den echten Tagfaltern.

 

Arten der Familie Ritterfalter (Papilionidae)

Die Familie der Ritterfalter unterscheidet sich von allen anderen Schmetterlingsfamilien durch drei Merkmale:

  • Die Raupen aller Arten besitzen zwischen dem Kopf und dem ersten Thoraxsegment eine Nackengabel (Osmaterium), die bei Gefahr ausgestülpt werden kann. Zusätzlich wird dabei der Kopf und der vordere Teil des Körpers nach hinten gestreckt. Diese Nackengabel ist grell gefärbt, wulstig und verströmt einen unangenehmen Geruch, der durch Terpene erzeugt wird. Dieser dient dazu, neben der optischen Abschreckung, Räubern den Appetit zu verderben. Dabei setzt sich der Chemiecocktail je nach Art anders zusammen.
  • Die zweite Analader der Vorderflügel ist bei allen anderen Schmetterlingsarten zu einer reduziert, lediglich bei den Ritterfaltern ist sie als kurzer Bogen vom Flügelansatz in Richtung Flügelinnenrand verlaufend vorhanden.
  • Die zwei verhärteten Membranen auf der Unterseite zwischen Kopf und Thorax, an denen die Muskeln für die Kopfbewegung verankert sind, sind miteinander verwachsen.

Die Verbreitung der Familie erstreckt sich mit Ausnahme der Antarktis über den ganzen Globus. Die meisten Arten sind in den Tropen von Ost- und Südostasien beheimatet. Einige Arten, wie z.B. die meisten Angehörigen der Gattung Parnassius, leben in großen Höhen. Der Hochalpen-Apollo (Parnassius phoebus) kommt beispielsweise in den Alpen bis in eine Höhe von 3.000 Metern vor.

Die Raupen der verschiedenen Ritterfalterarten ernähren sich von einem großen Spektrum verschiedener Pflanzen. Die meisten gehören jedoch zu einer von fünf Familien: Osterluzeigewächse (Aristolochiaceae), Schuppenapfelgewächse (Annonaceae), Lorbeergewächse (Lauraceae), Doldenblütler (Apiaceae) und Rautengewächse (Rutaceae). Durch das Fressen dieser zum Teil giftigen Pflanzen, die Aristolochiasäure enthalten, werden sowohl die Raupen, als auch die Falter einiger dieser Arten giftig, was sie vor Fressfeinden schützt.



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