Anlage einer Sammlung

Kästen und Utensilien

Getrocknete Insekten werden durch Museumskäfer, Speckkäfer, Motten und Staubläuse zerstört. Eine Sammlung kann in relativ kurzer Zeit durch Fraß vernichtet werden, besonders durch die Larven des Museumskäfers. Nur Insektenkästen bester Qualität und fachmännischer Herstellung bieten eine Sicherheit gegen derartige Schäden. Die Mühen jahrzehntelanger Arbeit, die damit geschaffenen wissenschaftlichen Werte dürfen nicht durch Unkenntnis und falsche Sparsamkeit vernichtet werden können.

Insektenkästen müssen zügig auf Nut und Feder schließen. Der Boden muss aus mindestens 6mm dickem Sperrholz oder aus Hartfaserplatte bestehen und mit den Seitenteilen verleimt oder verkittet sein. Die Glasscheibe im Deckel muss sauber eingekittet sein.

Auf dem Boden des Insektenkastens werden 10 bis 12 mm dicke Platten aus völlig entsäuertem Torf ("Insektentorf"), aus Polystyrol oder aus einem anderen steckbaren Material aufgeleimt.

Die Kastenränder und der Boden werden innen mit weißem, gelegentlich auch kariertem Papier ausgeklebt. Es darf nur Pflanzenleim aus Maisstärke, Mehl oder ähnlichem verwendet werden, da alle anderen Klebstoffe erfahrungsgemäß früher oder später, oft erst nach Jahren, die Insektennadeln angreifen. Durch Verwendung falscher Klebstoffe können dünne Nadeln in wenigen Wochen an der Berührungsstelle mit dem Papier durchrosten.

 

Etikettierung

a) Sammlungsetiketten: Die früher üblichen gedruckten Namensschilder sind bei der großen Anzahl der heimischen Arten und Formen nicht mehr üblich, der Sammler muss sie sich selbst schreiben. Größe, Format und Ausführung sind dem Geschmack des einzelnen überlassen. Bewährt haben sich Etiketten in den Maßen 28 x 6 mm. Gattungsname - groß geschrieben - und Artname - klein geschrieben - erhalten getrennte Etiketten. Zum Feststecken in der Unterlage werden Etikettenstifte benutzt, 8 bis 10mm lang, mit Kuppe.

b) Fundortetiketten: Ein Schmetterling ohne Fundortangabe ist wissenschaftlich völlig wertlos. Das an der Nadel eines jeden Falters befindliche Etikett soll neben dem Fundland und dem Fundort auch das Datum des Fanges oder des Schlüpfens, den Namen des Fängers oder Züchters und - soweit möglich - Hinweise auf Fang- oder Zuchtverfahren enthalten sowie Futterpflanze und Biotop (letztere eventuell auf einem zweiten Etikett). Der Fundort muss in großen Atlanten von jedermann wieder aufgefunden werden können! Der Name des Fängers wird gern quer geschrieben.

Im übrigen werden folgende Abkürzungen verwendet:

  • L. F. = Lichtfang
  • K. F. = Köderfang
  • e. o. = ex ovo, Falter wurde aus dem Ei gezüchtet
  • e.l. = ex larva, Falter wurde aus der Raupe gezüchtet
  • e.p. = ex pupa, Falter wurde aus der Puppe gezüchtet

Auf das Etikett wird dabei auf jeden Fall der Herkunftsort der Eier, Raupen oder Puppen geschrieben, nicht der Wohnort des Sammlers, an dem die Zucht schließlich stattgefunden hat!

Fundortetiketten möglichst klein wählen (etwa 12 x 8mm). Bei nach Bedarf auch Zeilen für handschriftliche Eintragungen freigelassen werden können.

Es bewährt sich, die Fundortetiketten bereits beim Spannen der Tiere zu schreiben (zumindest provisorisch muss das erfolgen) und auf das Spannbrett neben jeden Falter zu stecken.

 

Wartung

Jede Insektensammlung bedarf einer laufenden sorgfältigen Kontrolle und Wartung. Das Eindringen von Schädlingen kann meist dadurch verhindert werden, dass in jedem Kasten ein Desinfektionsgläschen auf Stahlnadel eingesteckt wird, gefüllt mit Paradichlorbenzol, einem stark riechenden, ungefährlichen Stoff aus kleinen weißen Kristallen. Sehr gut bewährt haben sich auch die mit Lindau getränkten Mottenstreifen, von denen man ein Stück der Größe 6 x 3 cm in eine Kastenecke steckt (Etikettenstifte oder Insektennadeln benutzen.) Sind jedoch Schädlinge in die Sammlung eingeschleppt worden, so hilft zuverlässig Tetrachlorkohlenstoff, ebenfalls in Desinfektionsgläschen gefüllt. Kennzeichen für Schädlingsbefall: Museumskäfer zerfressen schnell und auffällig. Staubläuse verraten sich durch dunklen Staub unter dem Falter.

Die Falter mancher Arten werden regelmäßig, andere gelegentlich ölig, das heißt, das Körperfett des Tieres dringt nach außen und durchfettet die Schuppen und Haare von Abdomen, Thorax und auch Flügel. Ist nur das Abdomen betroffen, bricht man dieses ab, legt es 2 bis 3 Tage in reines Benzin, das sämtliches Fett herauszieht, und klebt nach Trocknung den Hinterleib wieder an. Falls erforderlich, kann man mit dem ganzen Falter gleichermaßen verfahren, der allerdings oft an Schönheit und auch an Spannung verliert.

Bei größeren Sammlungen werden die Insektenkästen als Schübe in Schränken aufbewahrt, neuerdings ist die stehende Aufbewahrung der Kästen in Regalen (wie Bücher nebeneinander) sehr beliebt. Lose aufbewahrte Kästen sind unbedingt vor Licht zu schützen, durch das viele Schmetterlinge ausbleichen oder ihre Farben ändern. Ein Schmetterlingskasten gehört nicht als Schmuck an die Wand!